Die Currywurst-Kolumne (3) – das Geheimnis der Sauce
August 19, 2010 by Fritti
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“Currywurst – Alles, was man wissen muss”, so heißt das ultimative Buch über die Wurst, die wie keine andere Karriere gemacht hat in unserem Land. Geschrieben hat es der Journalist Marc Reisner, wir haben es in der Pommeswelt hier vorgestellt. Für alle, die das Buch gelesen haben und nun noch mehr von Marc Reisner über die Currywurst erfahren möchten und für alle, die es noch nicht gelesen haben, die aber einiges über die Currywurst erfahren möchte, ist diese neue Serie in der Pommeswelt. Wir konnten Marc Reisner als Kolumnisten für die Pommeswelt gewinnen und so gibt es ab heute in unregelmäßigen Abständen eine Currywurst-Kolumne in unserem Fastfood-Portal.
Im dritten Teil unserer kleinen Kolumnenserie lüftet Marc Reisner das Geheimnis dessen, was eine Currywurst erst zur Currywurst macht: die Sauce … Man erfährt wirklich Geheimnisse, die selbst mich als jahrelange Pommeswelt-Chefin ehrlich verblüfft haben.
Würziges Mitbringsel
„Ich hab’ dir was mitgebracht.“ Ziemlich rüde knallte ich dem Imbissbudenbetreiber meines Vertrauens eine schmale Glasflasche auf den Tresen, denn ich war immer noch ein wenig verärgert wegen seiner hinterhältigen Schärfeattacke bei meinem letzten Besuch. „Worcestershire-Sauce.“ Ich betonte jede Silbe.
„Die gehört in jede gute Curry-Sauce. Schon Herta Heuwer, Erfinderin der Original-Sauce hat das Zeug 1949 in ihren Mix gerührt.“ – „Ach was?“ Er machte große Augen, nahm die Flasche in die Hand und drehte sie langsam. „Vom amerikanischen Ketchup-Giganten, schau an.“ Ich hatte im Internet recherchiert: „Die Sauce ist unverwüstlich. Flaschen mit dem Zeug sind schon in Schiffswracks aufgetaucht, nach Jahren im Wasser, mit Seepocken überwuchert. Ein Reisender hat berichtet, er habe die Sauce in der verbotenen Stadt Lhasa in Tibet serviert bekommen. Und im neuseeländischen Dorf Te Wairoa, das vor über 120 Jahren bei einem Vulkanausbruch zerstört wurde, fand man später unversehrte Flaschen unter meterdicken Ascheschichten.“ Ich ließ mich von meiner Erzählung mitreißen.
Coca Cola als Basis
Der Imbissbudenbetreiber meines Vertrauens zuckte mit den Schultern. „Aber dieses Zeug allein kann doch keine gute Currywurst-Sauce machen.“ Ich schaute ihn an. „Natürlich nicht. Was benutzt du denn?“ Er griff in den Kühlschrank und stellte eine Flasche Cola auf den Tresen. „Danke, dass du fragst“, sagte ich, aber ich hätte lieber ein Bier. Er schüttelte leicht den Kopf. „Das ist eine der Grundzutaten, die manche Köche benutzen – süß und als Basis tatsächlich nicht schlecht geeignet.“ Jetzt staunte ich. „Hast du das probiert?“ Er nickte. „Hab’ ich, aber ich fand die Sauce zu klebrig, und meine Gäste mochten sie auch nicht recht.“ – „Das hätte ich auch gern mal probiert“, maulte ich. Seit drei Jahren war ich Stammgast, aber bei solchen wegweisenden Experimenten wurde ich übergangen… „Du hast an dem Tag jede Menge Sauce übrig gelassen“, grinste er. Ich erinnerte mich dunkel an einen Currywurst-Tag, an dem ich zwei Flaschen stillen Wassers in mich hineingeschüttet hatte.
Fruchtig süß ohne Zucker
„Eine fruchtig Note ist aber grundsätzlich nicht verkehrt“, fuhr er fort, bückte sich und kramte drei Getränke-Kartons aus dem Kühlschrank: Orangensaft, Ananassaft, Mangosaft. „Funktioniert als Basis hervorragend“, erklärte er, „und es braucht keinen Zucker.“ – „Und wie machst du nun die Sauce?“ – „Zwiebeln andünsten, mit dem Saft ablöschen, Gewürze wie Curry, Pfeffer, Salz, Kreuzkümmel dazu und das Ganze um die Hälfte einkochen lassen. Dann dieses Zeug…“, der zeigte auf die kleine Flasche mit der dunklen Sauce, die noch auf dem Tresen stand, „…und etwas Brühe untermischen, gehackte Tomaten aus der Dose dazu, abschmecken – fertig.“ Ich musste lachen, weil er das Rezept nur so heruntergerattert hatte. „Jetzt noch mal langsam und mit genauen Angaben zum Nachkochen, bitte.“ Der Imbissbudenbetreiber meines Vertrauens blickte mir finster in die Augen. „Spinnst Du? Niemand aus unserer Branche würde freiwillig sein größtes Kapital verschenken.“ Ich nickte beruhigend und erinnerte halblaut an den „Currywurst-Krieg von St. Pauli“, in dem es vor wenigen Jahren mal öffentlichkeitswirksam um ein teuer erworbenes Saucenrezept gegangen war, die sogenannte Rote Droge. „Anton Hunger vom ‚Schmalen Handtuch’ hat das Geheimnis angeblich von einem gewissen Schorsch erhalten, ein anderer Imbissbetreiber will aber für das gleiche Rezept einen hohen vierstelligen Betrag ausgegeben haben.“ – „das sollte mir mal passieren“, brummte der Imbissbudenbetreiber meines Vertrauens und deutete ein Aufrollen der Hemdsärmel über seine beträchtlichen Unterarmmuskeln an. Dann aber griff er hoch und angelte sich einen kleinen Bilderrahmen, der über dem CD-Spieler hing, mit dem er gelegentlich seine Gäste traktierte. „Was ist das?“, fragte ich. „Das Rezept kannste haben“, sagte er und drückte mir das klebrige und verstaubte Ding in die Hand.
Historische Tomatensauce
Ich las: „Man schneidet die Liebesäpfel in dünne Scheiben und streut auf jede Schicht etwas Salz, bedeckt sie und lässt sie 24 Stunden liegen; dann stampft man sie gut und köchelt sie eine halbe Stunde in einem Kessel aus Glockenmetall. Schließlich fügt man Muskatblüte und Nelkenpfeffer hinzu. Gibt man dann noch fein gehackte Zwiebel und einen Schuss Brandy hinzu, erhält man ein herrliches Ketchup.“ – „Und was ist das nun?“, wiederholte ich.
„Das ist das erste nachgewiesene Rezept für eine Tomatensauce“, sagte er, „stammt aus dem Jahr 1812 und ist von einem gewissen James Mease.“ Ich gab mich eingeschnappt. „Na toll – mit einem 200 Jahre alten Tipp willst du mich abspeisen. Ich gehe. Und die Worcestershire-Flasche kannst Du behalten, damit deine Saucen besser gelingen.“ – „Danke, ich habe meine eigene“, schmunzelte er und zog aus einem Regal eine große Flasche. Ist auch das Original, im 19. Jahrhundert von den Chemikern John Wheeley Lea und William Henry Perrins ursprünglich als Verdauungsmittel angerührt.“ Wütend drehte ich mich um. Da hatte der Imbissbudenbetreiber meines Vertrauens mich ziemlich blöd dastehen lassen. „Sei nicht sauer“, versuchte er mich zu beruhigen, als er mein verärgertes Gesicht sah. Ich gab nach und schüttelte ihm versöhnlich gestimmt die Hand. Dann ging ich. „Komm bald mal wieder“, rief er mir nach, „dann sage ich dir, warum es nicht Worcestershire, sondern ‚Wusterscher Sauce’ heißt.“ Ich ließ die Tür diesmal besonders kräftig hinter mir zuknallen.
copyright 2010 Marc Reisner
Currywurst-Kolumne Teil 1 – Welche Wurst ist die beste?
Currywurst-Kolumne Teil 2 – scharf, schärfer, am schärfsten
AOK: Einmal Fastfood in der Woche ist völlig ok
August 17, 2010 by Fritti
Filed under Pommes & Co., Tipps
Ok, die Headline stimmt nicht ganz. Einmal Fastfood in der Woche ist völlig ok, wenn man ein paar Tipps und Anregungen beherzigt und sich auch sonst ausgewogen ernährt. Aber diese Tipps haben mir gefallen und dürften auch anderen Fastfood-Fans nicht sauer aufstoßen.
Im Ernst – guckt euch das Video mal an. Man darf ruhig Pommes und Burger essen, man muss nur Salat dazu essen. Oder so ähnlich.
Pommes zum Dippen
Juli 22, 2010 by Fritti
Filed under Branchennews, Küche, Pommes & Co., Pommessorten, Pommeswelt, Rezepte
Die Kartoffel-Experten von McCain haben einen Schritt weitergedacht und bieten mit den neuartigen 1•2•3 Dip Frites einen genussvollen Kartoffel-Snack für alle, die Dippen lieben. Damit erfüllt McCain den Wunsch zahlreicher Verbraucher, die verstärkt spezielle Pommes zum Dippen nachfragen. Denn während es tausende Dip-Rezepte in den unterschiedlichsten Geschmacksvarianten gibt, stehen zum Snacken zumeist nur kalte Gemüsesticks zur Verfügung. Das Geheimnis der neuen Pommes liegt in der einzigartigen „Schaufelform“, mit der die Dip Frites herrlich viel Ketchup, Dip oder Soße aufnehmen können. Mit den innovativen 1•2•3 Dip Frites stellt McCain nun endlich eine echte, abwechslungsreiche Geschmacks- und Dip-Alternative vor.
1•2•3 Dip Frites werden aus der ganzen Kartoffel mit speziell geformten Schichtmessern längs geschnitten. Die dünnen knusprigen Kanten und der dickere Kartoffelkern garantieren einen einmaligen, besonders intensiven Geschmack. Ob als Fingerfood auf jeder Party, als abwechslungsreiche Beilage oder einfach als Snack für zwischendurch: 1•2•3 Dip Frites sorgen sofort für Begeisterung und machen Lust auf mehr.
Wie alle McCain-Produkte werden 1•2•3 Dip Frites nach strengsten Qualitätsstandards hergestellt und regelmäßig kontrolliert. McCain verwendet nur ausgewählte Kartoffeln von bester Qualität aus streng kontrolliertem Anbau sowie hochwertiges ungehärtetes Pflanzenöl nach Empfehlung der WHO, das vorwiegend ungesättigte Fettsäuren und keinerlei Transfette enthält.
Im Backofen zubereitet, enthält die Snack-Neuheit gerade einmal 6 Prozent Fett pro 100 g und erfüllt damit die Bedürfnisse moderner Verbraucher nach bewusster Ernährung und unbeschwertem Genuss.
Die neuen 1•2•3 Dip Frites sind ab August 2010 in der 600 g-Packung für ca. 1,79 EUR (EVP) bundesweit in der Tiefkühlabteilung erhältlich. Weitere Informationen und abwechslungsreiche Rezeptideen gibt es im Internet unter www.mccain.de.
Rezept zur WM: Fußballer-Burger
Juni 15, 2010 by Fritti
Filed under Burger, Küche, Pommes & Co., Pommeswelt, Rezepte
Zubereitungszeit: ca. 35 Minuten, Zutaten für 4 Personen:
1 Packung McCain 1.2.3 Kickers (450 g)
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 rote Chilischote
400 g Rinderhackfleisch
4 EL Tomatenketchup
1 EL Magerquark
1 rote Chilischote
50 g Blätter Pflücksalat
1 Salatgurke
2 Tomaten
100 g Schmand
1/2 TL Currypulver
4 Burger-Brötchen mit Sesam
4 TL Röstzwiebeln
Und so geht’s
1. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die gefrorenen Kickers nach Packungsanweisung im Backofen zubereiten. Inzwischen Zwiebel und Knoblauch schälen, fein würfeln. Chilischote waschen, putzen, längs aufscheiden und die Kerne herauskratzen. Schote fein hacken.
2. Hack, Zwiebel, Knoblauch, 1 EL Ketchup, Chili und Quark verkneten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Aus der Masse 4 flache Frikadellen formen und in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Frikadellen darin unter Wenden 6 – 8 Minuten braten.
3. Salatblätter waschen und abtropfen lassen. Gurke waschen und in 12 dünne Scheiben schneiden. Tomaten waschen, putzen und in je 6 dünne Scheiben schneiden. Schmand, 3 EL Ketchup und Curry verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
4. Brötchen halbieren. Mit je 2 Salatblättern, Frikadelle, 3 Tomatenscheiben und 3 Gurkenscheiben belegen. Jeweils 2 -3 EL Soße und 1 TL Röstzwiebeln darübergeben. Brötchendeckel darauflegen und mit den Kickers anrichten.
Die Currywurst-Kolumne (2) – scharf, schärfer, am schärfsten
Juni 10, 2010 by Fritti
Filed under Currywurst, Infothek, Pommeswelt
“Currywurst – Alles, was man wissen muss”, so heißt das ultimative Buch über die Wurst, die wie keine andere Karriere gemacht hat in unserem Land. Geschrieben hat es der Journalist Marc Reisner, wir haben es in der Pommeswelt hier vorgestellt. Für alle, die das Buch gelesen haben und nun noch mehr von Marc Reisner über die Currywurst erfahren möchten und für alle, die es noch nicht gelesen haben, die aber einiges über die Currywurst erfahren möchte, ist diese neue Serie in der Pommeswelt. Wir konnten Marc Reisner als Kolumnisten für die Pommeswelt gewinnen und so gibt es ab heute in unregelmäßigen Abständen eine Currywurst-Kolumne in unserem Fastfood-Portal.
Eine Kolumne, die Currywurst-Freunden Spaß machen wird. Denn sie ist das, was eine gute Kolumne ausmacht, sie ist unterhaltsam. Und sie ist lehrreich. Aber lest selbst und staunt, was es alles zum Thema Currywurst zu sagen gibt. (Wusstet ihr, warum die Bratwurst Bratwurst heißt?) Der zweite Teil ist echt scharf. Es geht um Saucen. Und um Milch …
Probier mal
„Mensch, schnell, komm’ mal her“, der Imbissbuden-Besitzer meines Vertrauens winkte mich an seinen Stand. „Probier mal!“ Und er steckte mir einen Teelöffel entgegen. Ich probierte vorsichtig, nachdem ich kurz gepustet hatte. „Was ist das?“ – „Meine neueste Saucen-Kreation. Und Du brauchst nicht zu pusten, auf eine echte Currywurst kommt nur Sauce, die warm, aber nie heiß ist.“ Ich schmeckte, schmeckte süß, schmeckte salzig, schmeckte fruchtig – und ich schmeckte mächtig scharf. „Ui, die hat’s aber in sich.“ Der Imbissbuden-Besitzer meines Vertrauens griff sich ein Glas und goss es halb voll Milch. „Das hilft.“ Ich trank das Glas in einem Zug leer, schob es ihm hin und machte mit einer Handbewegung deutlich, dass ich nach mehr verlangte.
„Und: Wie fühlst du dich?“ Er grinste mich an. „Was soll das denn heißen? Erst sorgst du dafür, dass mir quasi der Dampf aus den Ohren und das Wasser aus Augen und Nase schießt, und dann fragst du mich, wie es mir geht?“ Er schnappte sich zwei Servietten aus dem Spender und drückte sie mir gegen die Brust. „Logisch. Und ich weiß auch, wie es dir jetzt geht.“ – „Klar, du hast ja sicher probiert“, grummelte ich. „Und nicht nur das. Mediziner haben herausgefunden, dass durch die Schärfe, die eine Schmerzreaktion verursacht, im Körper Endorphine ausgeschüttet werden.“
Ich schüttelte den Kopf: „Glückshormone? Du spinnst.“ Nein, behauptete er mit Nachdruck, ich werde schon sehen, nach ein paar Löffeln seiner neuen Wundersauce sei ich dösig und entspannt. „Danke, ich verzichte.“ Ich hob abwehrend die Hände. „Hab noch zu arbeiten. Außerdem muss ich dann so viel Milch trinken, dass ich ständig aufs Klo muss.“
Hot Devil
Ich blickte auf die Tafeln, auf denen er seine Produkte angeschrieben hatte: „Hot Devil?“ – „Meine neue Kreation.“ Er nickte stolz. „Verstehe. Aber was macht eigentlich diese Schärfe aus?“ Er holte Luft. „Kurzfassung bitte“, sagte ich schnell. „Okay: Früher hat man dafür oft Meerrettich verwendet, heute ist es meist Chili.“ – „Das erklärt aber noch nicht, was da so scharf ist“, bohrte ich nach und trank noch einen Schluck Milch. „Du willst wissen, wie scharf scharf ist?“ Er schaute mich prüfend an. „Nur theoretisch.“ Ich nickte. „Es gibt da ein objektives Maß. Der Chemiker Wilbur Scoville hat nämlich schon 1912 eine nach ihm benannte Skala entwickelt.“ – „Sicher eingeteilt mit Rasierklingen“, ich war immer noch sauer wegen seiner hinterlistigen Saucen-Attacke. „Nein, ausgehend von Chili und Süßwasser. Eine bestimmte Menge Chili wird dabei so lange mit dem Wasser verdünnt, bis schließlich keine Schärfe mehr zu schmecken ist.“
Richtig vorstellen konnte ich mir das nicht: „Und die Werte der Skala?“ – „Die gehen von 0 – also keine Schärfe spürbar – bis 16 Millionen. Das ist reines Capsaicin, also der Stoff, aus dem die scharfen Träume sind.“ – „Wer soll denn so etwas essen?“ Der Imbissbudenbesitzer meines Vertrauens schaute mich an und wedelte mit dem ausgestreckten Zeigefinger vor mir hin und her. „Niemand am besten. Schon ab 100000 Scoville schmeckt man ohnehin nichts mehr, dann tut es nur noch weh.“ – „So wie deine Sauce also“, stellte ich fest. Er blickte nachdenklich ins Leere, bückte sich dann plötzlich und begann, in seinem Kühlschrank zu kramen. „Du hast Recht, vielleicht muss ich es noch etwas milder machen…“
Zahlen – oder Scoville
„Hast du noch ein paar andere Zahlen, damit ich mir das mit der Schärfe besser vorstellen kann?“ Er tauchte wieder auf, strich sich mit dem Handrücken, an dem mittlerweile etwas Senf klebte über die Stirn und malte sich so einen gelben Streifen unter den Haaransatz. Jetzt sind wir quitt, dachte ich schadenfroh. „Hier“, er hielt mir eine Hand mit einer kleinen Flasche darin entgegen, „Tabasco, ungefähr 2500 Scoville.“ Er holte ein kleines Glas aus dem Regal. „Cayennepfeffer, je nach Sorte zwischen 30000 und 50000 Scoville.“ Er tastete mit den Fingern in einer Ablage unter dem Tresen herum und zog schließlich eine kleine Blechdose hervor: „Pfefferspray, hat mir mal ein Polizist hiergelassen, soll über fünf Millionen Scoville haben.“ Ich wich einen Schritt zurück. „Mensch, das ist doch gefährlich. Das kannst du doch nicht einfach so rumliegen lassen.“ Er fummelte am Verschluss: „Keine Ahnung, wie das funktioniert und ob es überhaupt noch geht.“ Ich war erleichtert, als er die Sprühdose wieder zur Seite legte.
„Jedenfalls tut scharfes Essen gut, weil es von innen wärmt.“ Er seufzte zufrieden und schaute nahezu verliebt auf seine Tafel. „Dann solltest du dein Geschäft nach Sibirien verlegen“, spottete ich. Er zeigte sich milde und fragte nur: „Willste jetzt eine Curry?“ „Danke“, lehnte ich ab, „ich esse lieber nachher noch etwas mit Geschmack.“ Zum Abschied hob ich kurz die Hand, drehte mich dann noch einmal halb zu ihm um: „Du solltest mal in den Spiegel schauen…“ – „Du meinst den Senf?“ Der Imbissbudenbetreiber meines Vertrauens lächelte nachsichtig. „Habe ich schon gemerkt.
Übrigens: Bei Dir ist Sauce auf dem Hemd.“ Ich blickte nach unten. Tatsächlich: ein roter Fleck. „Pfui Grönemeyer“, fluchte ich halblaut und flüchtete. „Komm bald mal wieder“, rief er mir noch hinterher, „dann erzähle ich dir, wie eine gute Sauce gemacht wird.“
copyright 2010 Marc Reisner
Currywurst-Kolumne Teil 1 – Welche Wurst ist die beste?
Die Currywurst Kolumne (1): Welche Wurst ist die beste?
Mai 17, 2010 by Fritti
Filed under Currywurst, Pommes & Co., Pommeswelt
“Currywurst – Alles, was man wissen muss”, so heißt das ultimative Buch über die Wurst, die wie keine andere Karriere gemacht hat in unserem Land. Geschrieben hat es der Journalist Marc Reisner, wir haben es in der Pommeswelt hier vorgestellt. Für alle, die das Buch gelesen haben und nun noch mehr von Marc Reisner über die Currywurst erfahren möchten und für alle, die es noch nicht gelesen haben, die aber einiges über die Currywurst erfahren möchte, ist diese neue Serie in der Pommeswelt. Wir konnten Marc Reisner als Kolumnisten für die Pommeswelt gewinnen und so gibt es ab heute in unregelmäßigen Abständen eine Currywurst-Kolumne in unserem Fastfood-Portal.
Eine Kolumne, die Currywurst-Freunden Spaß machen wird. Denn sie ist das, was eine gute Kolumne ausmacht, sie ist unterhaltsam. Und sie ist lehrreich. Aber lest selbst und staunt, was es alles zum Thema Currywurst zu sagen gibt. (Wusstet ihr, warum die Bratwurst Bratwurst heißt?) Zum Start geht’s – neben vielen Antworten – um eine ganz grundsätzliche und wesentliche Frage:
Welche Wurst ist denn nun die beste Wahl für eine Currywurst?
Letztens, ich meine, es war Dienstag, war ich wieder einmal beim Imbissbuden-Besitzer meines Vertrauens. Er ist, ich kann das so feststellen, der König der Bratwurst-Brutzler und unbezwungener Meister der Currywürste.
„Sag mal“, sagte ich nach einer herzlichen Begrüßung und mit einer eben geöffneten Flasche Pils auf dem Tresen vor mir, „du kennst dich doch mit Currywurst aus?“ Es war unter seiner Würde, mir auf diese profane Frage zu antworten, aber wenigstens sah er mich an – auch wenn er dabei eine Augenbraue kritisch hob. „Nein, im Ernst…“ Er spürte meine Hilflosigkeit und rettete schließlich souverän die Situation: „Wer, wenn nicht ich?“ Nun bin ich eigentlich kein Freund von Gegenfragen, aber in diesem Fall nahm ich sie kommentarlos hin. „Welche Wurst ist denn da nun wirklich die beste?“, bohrte ich weiter. Er drehte sich um und drehte ein paar Bouletten, die auf dem Grill schmurgelten. „Naja“, brummelte er, als er sich wieder mir zuwandte, „da gibt’s schon Unterschiede.“
„Was ist denn mit den Kalbsbratwürsten, wie sie als St. Galler etwa die Schweizer so mögen?“ –„Vergiss es!“ Er wischte unwirsch mit dem Tuch über die Glasplatte, auf der mein Bier stand. Im letzten Moment konnte ich es hoch nehmen. „Kalb ist zu schwach, kann der Currysoße kein paroli bieten.“ – “Klar“, ich gab mich besonders verständnisvoll, um ihn in seiner Berufsehre nicht zu kränken.
„Lamm, habe ich mal gehört, soll auch sehr lecker sein.“ (Tatsächlich hatte ich mit niemandem darüber gesprochen, mochte aber dem Imbissbudenbesitzer meines Vertrauens gegenüber diese kühne Idee nicht als meine ausgeben. Ich spielte seit einiger Zeit mit dem Gedanken, eine Merguez mit klassischer Currywurst-Soße zu verfeinern.) „Kannste nehmen“, murrte er, dachte kurz nach und fügte hinzu: „Schmeckt dir meine nicht mehr?“ – „Doch, logo“, beeilte ich mich zu sagen, „wollte nur mal was Neues ausprobieren.“ Er schlug mit dem Geschirrhandtuch nach mir, das er stets über der linken Schulter hängen hatte, und ich merkte, dass ich mich verraten hatte. „Die ist grob und fett, kräftig gewürzt und schmeckt ganz gut. Harissa dazu und das passt. Currysoße braucht es da eigentlich nicht.“
„Wildbratwurst? Pferd?“ – „Finger weg. Wild taugt nicht jedem, und eigentlich ist es auch schade, da scharfe Soße drüber zumachen. Und Pferd – mit Schwein vermischt ginge das auch. Aber dann würden viele meiner Gäste aus Prinzip nicht mehr kommen.“ Ich dachte kurz nach: „Also doch die Klassiker Schwein und Rind. Aber in welchem Verhältnis?“ Der Imbissbudenbetreiber meines Vertrauens wandte sich wortlos einer älteren Dame neben mir zu – nicht, weil ihn meine Frage verletzt hätte, sondern weil die Frau nach einer Currywurst verlangte. „Ja“, nahm er den Faden nach dem Servieren wieder auf, „Schwein und Rind – und das etwa zu gleichen Teilen. Nicht zu fett darf die Wurst sein, zu mager aber auch nicht.“ – „Rot oder weiß?“, die Frage lag auf der Hand, fand ich. „Das ist eine Glaubensfrage“, jetzt war er ganz bei mir. „Ich selbst würde keine rote Wurst anbieten. Das Umröten geschieht nämlich mit Hilfe von Nitritpökelsalz – und das gilt – vor allem bei Grillwürsten – als gesundheitsschädlich.“
Er schien sich zu ärgern, und ich wechselte schnell das Thema: „Ist doch toll, dass die Bratwurst Bratwurst heißt. Kochwürste gibt es ja wohl nicht…“ Er schüttelte den Kopf und stemmte seine Ellenbogen auf den Tresen. „Die Bratwurst heißt ja nicht Bratwurst, weil sie gebraten wird.“ – „Sondern?“ – „Sondern weil sie aus Brät hergestellt wird. Fein gekuttertem Fleisch.“ – „Klar, Bratwurst direkt vom Kutter“, mein dünner Witz kam nicht gut. Der Imbissbudenbetreiber meines Vertrauens starrte mich finster an, seine Augenbrauen berührten sich fast. „Quatsch!“ Ich musste schon wieder das Thema wechseln. „Mit Pelle oder ohne?“ –„Mit Pelle ist der Klassiker, ohne Pelle war die Ostberliner Variante. Nach dem Krieg gab es im sowjetischen Part keine Därme, also entwickelte der Fleischer Max Brücker eine Wurst, bei der die Wurstmasse direkt in heißes Wasser gespritzt wurde und dort sofort fest wurde. Anfang der 50er Jahre war das. Viele finden die meist etwas aufgequollene Wurst aber nicht so appetitlich, fühlen sich dadurch an die wenig beliebten Wollwürste erinnert.
Mein Ego regte sich. Ich wusste auch so einiges über Würste und vor allem Currywürste. „Kannst du mir auch sagen, warum die Currywurst meist geschnitten serviert wird?“ Ein müder Augenaufschlag war die Antwort. „Damit die Wurst besser abkühlt und damit sich die Soße besser auf den Stücken verteilen kann. Und die Currywurst-Schneidemaschine
wurde 1963 in Radevormwald von Friedhelm Selbach erfunden.“ Jetzt trumpfte ich aber endgültig auf: „Und warum wurde die Currywurst im Westen geschnitten, im Osten aber fast immer im Stück serviert?“ – „Weil die misstrauischen DDR-Bürger Angst hatten, dass der Verkäufer ein Stück für sich behält, das weiß man doch.“
Er schmunzelte, und ich sah ihn wortlos an. Dann legte ich drei Euro auf den Tresen, machte ein abwehrende Handbewegung als er nach seinem Portemonnaie griff, und ging. Ich gebe zu: Ich ließ die Schultern hängen und schlurfte ein wenig. „Hey“, rief er mir hinterher und ich hörte ein Lächeln in seiner Stimme, „komm bald mal wieder. Ist immer ein Vergnügen, mit dir zu plaudern.“
Ja, lieber Marc Reisner, wir finden auch: Komm Schreib bald wieder. Ist immer ein Vergnügen, von Dir zu lesen!
copyright 2010 Marc Reisner
Berliner Currywurst
März 5, 2010 by Fritti
Filed under Currywurst, Pommeswelt
Ich hab ja leider bisher noch nie bei Konnopkes gegessen und ich hab es – das ist ebenso bedauerlich – bisher auch immer noch nicht nach Berlin ins Currywurstmuseum geschafft – aber Web sei Dank, es gibt ja Youtube.
Hamburger: Werbung vs. Realität
Januar 12, 2010 by Fritti
Filed under Burger, Pommeswelt
via: akademix
Ein Tag im Leben der Currywurst
Januar 6, 2010 by Fritti
Filed under Currywurst, Pommeswelt
Vielen Dank für den Hinweis auf diesen Beitrag an Michael.
Fettreduzierte Produkte: Fett oder kein Fett, das ist hier die Frage
Oktober 28, 2009 by Fritti
Filed under Infothek, Inhaltsstoffe, Pommeswelt
Wer viel Fastfood isst, hat auch schon mal schnell ein paar Pfunde zuviel auf den Rippen. Also ist wieder mal ne Diät angesagt. Viele greifen dann, wenn sie abnehmen wollen, zu fettreduzierten Produkten. Aber ist das die Lösung? Nicht unbedingt.
Maßgeschneiderte Fette sollen kalorienarmen Genuss ermöglichen und damit die einfache Lösung sein, um weniger Fett zu essen. Als “leichte Alternative” beworbene Salatdressings, Majonäsen oder Speiseeis enthalten meist so genannte Fettersatzstoffe, die den natürlichen Nahrungsfetten geschmacklich ähneln, aber weniger oder gar keine Kalorien liefern. “Eine Mogelpackung: Denn das Gute im Fett, die ungesättigten Fettsäuren, kommt oft zu kurz. Und wirklich fettarm sind diese Produkte auch nicht automatisch. Sie sind daher häufig keine gute Wahl,” bewertet Maria Flothkötter, Ernährungswissenschaftlerin vom aid infodienst, diese Produkte. “Natürlicherweise fettarme Produkte auszuwählen – also magerer Schinken statt fettarme Salami – ergibt dagegen Sinn. Denn der natürliche Fettgehalt dieser Produkte liegt meist deutlich niedriger als bei fettreduzierten.”
Fettersatzstoffe und Fettaustauschstoffe: Diese beiden Begriffe werden verwendet, wenn es um Zutaten geht, die das natürliche Fett ersetzen sollen. Die Bezeichnung Fettersatzstoff gilt als Oberbegriff und steht gleichzeitig für synthetisch erzeugte Ersatzstoffe. Die Fettaustauschstoffe stammen aus natürlichen Ausgangssubstanzen wie Eiweiß oder Kohlenhydraten. Die Energiedichte von Fettaustauschstoffen ist, verglichen mit natürlichen Nahrungsfetten, geringer. Im Gegensatz zu den synthetischen Fettersatzstoffen sind sie aber nicht kalorienfrei. Hergestellt werden sie zum Beispiel aus Mais- oder Kartoffelstärke. Die Stärke quillt in Wasser zu einer cremigen Masse auf, die im Mund einen ähnlichen Eindruck wie Fett erzeugt. Auf der Zutatenliste, zum Beispiel von Majonäse steht dann “modifizierte Stärke”. Winzige Kügelchen aus Eiweiß, aufgeschwemmt in Wasser vermitteln ebenfalls einen ähnlichen Geschmackseindruck wie Fett. In den Zutatenlisten von Eiscremes oder fettreduzierten Joghurts sind sie unter der Bezeichnung “Molkenprotein” zu finden. Viele Menschen hoffen, mit fettreduzierten Lebensmitteln ungeliebten Speck auf den Hüften zu verlieren. “Solche Produkte scheinen aber eher das Gegenteil zu bewirken. Eingesparte Kalorien werden oft durch andere kalorienreiche Lebensmittel kompensiert”, sagt Maria Flothkötter zum Stand der Forschung. “Besser ist es daher, Salate mit hochwertigen Pflanzenölen, wie Rapsöl, anzumachen und auf ‚light’-Salatdressings zu verzichten.”
Synthetische Fettersatzstoffe werden aus Kohlenhydraten und Fettsäuren hergestellt. Sie sehen aus wie echtes Fett und schmecken auch wie echtes Fett. Sogar erhitzt werden können sie und eignen sich daher auch zum Braten und Frittieren. Da sie vom Körper nicht abgebaut werden, liefern sie gar keine Kalorien. Anders als die Fettaustauschstoffe sollen sie das natürliche Nahrungsfett komplett ersetzen. Der bekannteste Vertreter synthetischer Fettersatzstoffe ist Olestra. Olestra ist aber nur in den USA zugelassen und wird dort für Chips oder Popcorn verwendet. “Fettersatzstoffe können die Aufnahme fettlöslicher Vitamine und von Medikamenten hemmen. Auch Bauchkrämpfe und Durchfall kommen vor”, benennt Flothkötter Gründe, die klar gegen Fettersatzstoffe sprechen.
In Europa wurde 2004 ein brennwertreduziertes Fett mit Namen “Salatrims” als Novel Food zugelassen. Salatrims liefert fünf Kilokalorien pro Gramm, wird aber aufgrund seiner synthetischen Herstellung ebenfalls den Fettersatzstoffen zugerechnet. Im Zutatenverzeichnis muss es als “Salatrims” angegeben werden. Ein übermäßiger Verzehr von Salatrims kann zu Magen-Darm-Störungen führen. Darauf muss ebenfalls auf der Packung hingewiesen werden.
Weitere Informationen: Stellungnahme “Gesundheitliche Bedeutung der Fettzufuhr” unter: www.dgem.de , Rubrik “Über die DGEM”, “Aktivitäten”.
Quelle: aid infodienst, via:Â pressrelations











